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Aufreger der Woche: Betrug bei eBay durch Nigeria Connection

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Achtung, Gefahr im Verzug. Bildquelle: sxc.hu

Zu den Dingen, die mich wirklich so richtig auf die Palme bringen, zählen unter anderem Unehrlichkeit und Aktionen, bei denen vermeintlich Unwissende hinters Licht geführt werden sollen. In den letzten Tagen bin ich „Opfer“ einer solchen Aktion geworden – und das obwohl mein Bauchgefühl mir von Anfang an gesagt hat, das an der ganzen Sache etwas nicht ganz sauber ist. Doch von vorne:

Ich wollte meinem Vater den gefallen tun und einen Artikel für ihn auf eBay verkaufen. Fotos gemacht, Textchen geschrieben, Auktion online gestellt. So weit, so gut. Am nächsten Morgen dann machte mein Telefon schon ein lustiges Geräusch – Artikel verkauft. So weit, so besser. Vater froh, schnelles Ergebnis – und dann sah ich, dass es sich um einen Käufer ohne Bewertung mit einer endlosen Nummernfolge als Nutzername und Sitz in London handelte. Der Unmut stieg in mir hoch und wurde nur verstärkt, als ich E-Mails mit der Aufforderung, noch mehr Fotos und meine PayPal-Adresse zu schicken, erhielt. Das macht eBay doch alles automatisch? Und Fotos gabs nun mehr als genug – mit allen Details. Dann sollte der Artikel auch plötzlich nicht mehr nach London, sondern nach Nigeria geschickt werden – was war da los?

Heute morgen dann eine E-Mail von eBay selbst: Der Käufer existiert gar nicht, bzw. hat es geschafft, etwas ohne ein eBay-Konto zu kaufen. Wie bitte? Zwei weitere E-Mails von diesem Käufer selbst, er habe 150 Euro mehr gezahlt, als der Artikel kosten sollte – ich solle bitte schnell versenden. Noch einmal: WIE BITTE?? Und noch zwei E-Mails von einem PayPal-Fake: Ich solle die Sendungsdaten übermitteln, erst dann würde das Geld meinem PayPal-Konto gutgeschrieben. Das Fass war übergelaufen – und ich wirklich sicher: Mein anfänglicher Unmut hatte sich als echter Betrugsfall herausgestellt. Oh Mann.

Kontakt zu eBay

 

Nach der E-Mail von eBay habe ich ebenfalls per Mail und auch noch einmal telefonisch Kontakt zum Auktionshaus aufgenommen. Das Resultat: Beim Käufer handelt es sich offenbar um ein Mitglied einer nigerianischen Betrüger-Bande („Nigeria Connection“, nach einigen Recherchen habe ich jetzt herausfinden können, dass diese Bande der Netzwelt und den Behörden bekannt ist), die diese Masche immer und immer wieder abziehen. Wenn es mir so gehen wird, wie anderen Betroffenen, sollte demnächst eine Mail folgen, dass ich von Interpol verfolgt werde… Von Seiten eBays geht bereits dagegen vor – mehr als das Weiterleiten der Fake- und Aufforderungs-Mails kann ich nicht tun. Der Service-Mitarbeiter war jedoch sehr nett und eBay selbst hat binnen 24 Stunden nach dem Verkauf interveniert – ein echter Pluspunkt für die Online-Auktionsplattform. Mir entstand kein weiterer Schaden als ein paar Nerven, die es mich gekostet hat. Offenbar haben andere Verkäufer jedoch bereits auf die Forderungen reagiert und ihre Ware versandt – ohne jemals Geld dafür zu sehen.

Während einer laufenden Auktion kann man sich nicht wirklich gegen solche Betrügerbanden schützen – eBay tut jedoch viel dafür, seine Nutzer nach einem solchen Fall zu schützen und zu unterstützen. Was ihr selbst tun könnt, wenn ihr solche Mails erhaltet oder Opfer eines Betrugs werdet:

  • Antwortet nicht darauf
  • Klickt auf keinen Fall Links in solchen Mails an – es ist sehr wahrscheinlich, dass sich ein Virus/Trojaner installiert und eure Daten gestohlen werden
  • Verschickt die Ware niemals, bevor ihr Geld erhalten habt
  • Kontaktiert eBay im Zweifel und meldet den Fall.
  • Lasst euch nicht von noch so nett formulierten Mails und Bitten einlullen

Ich habe aus der ganzen Aktion gelernt, mich zukünftig besser auf mein Bauchgefühl zu verlassen.

In diesem Sinne:

Bleibt vorsichtig,

Anne

P.S.: Während ich den Artikel geschrieben habe, ist eine weitere E-Mail des Käufers eingegangen. Ich solle ihm schnellstmöglich alle Sendungs-Daten zusenden, erst dann würde das Geld überwiesen. Das würde dem Schutz des Käufers und des Verkäufers dienen. Ist klar. Jetzt warte ich wirklich nur noch auf die Interpol-Mail…

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