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Lippen-Serie, Teil 3: Die Geschichte der Lippenpflege

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Die Lippenpflege ist tatsächlich schon mehr als 5.000 Jahre alt und bei Frauen bekannt und beliebt. Die älteste bislang gefundene Lippensalbe stammt aus dem Jahr 3.500 vor Christus, sie wurde bei Ausgrabungen in der sumerischen Stadt Ur entdeckt.

Die Geschichte der Lippenpflege

Lippenstifte trägt man heute in den unterschiedlichsten Farben: Je nach Look und Stimmung. Foto: Lavera

Heute präsentieren wir euch einen Querschnitt durch die Geschichte der Lippenpflege – bei der wir auf erstaunliche Dinge gestoßen sind.

ca. 1600 v. Chr.: Die Königin Nefertiti rötete ihre Lippen mit einer Hennalauge

ca. 1350 v. Chr.: Bei den Ägyptern war Eitelkeit eine Tugend. Nofretete setzte bereits zu dieser Zeit einen Trend, der sich bis heute (!) hält: Dunkel umrandete Augen und volle, rot geschminkte Lippen.

5. Jahrhundert v. Chr.: In der Antike war es verpönt, sich zu schminken. Nur den Hetären, die Künstlerinnen waren, war es gestattet, ihre Lippen mit einer Pflanzenfarbe aus der Polderos-Wurzel zu färben

ca. 60 n. Chr.: Die Frau von Kaiser Nero mischte Rotweinsedimente und Pflanzenfarbe zu ihrer eigenen Lippenfarbe

Signalrot bleibt bis heute Trend auf den Lippen. Bild: Revlon

Signalrot bleibt bis heute Trend auf den Lippen. Bild: Revlon

15. Jahrhundert bis Barock: Die Modefarbe für die Lippen ist und bleibt ein kräftiges Rot.

Da die Farben schlecht auf den Lippen hielten, wurden kleine Spiegel und die noch heute geläufige Stiftform eingeführt, damit die Lippen regelmäßig nachgezogen werden konnten. Zu dieser Zeit wurde die Lippenfarbe aus zerstoßenem Alabaster oder Gips und Farbpartikeln hergestellt. K

önigin Elisabeth I. war es, die zu dieser Zeit das erste komplette Make-Up entwickelte, bei dem die Haut mit weißem Puder abgedeckt, die Wangen gerötet und die Lippen kräftig rot geschminkt wurden.

Katharina die Große ging sogar soweit, sich ihre Lippen von ihren Dienerinnen ansaugen und aufbeißen zu lassen, damit sie gut durchblutet, prall und natürlich rot wirkten. Im Orient hingegen bissen die Frauen in reife Zitronen, um diesen Effekt zu erzielen.

Um 1800: Schminke spielt – außer für Künstlerinnen – kurzzeitig gar keine Rolle mehr

1805: Ein Rezept aus diesem Jahr zur Herstellung von Lippenpomade gibt Butter, Wachs, Korinthen und Alkannawurzel als Zutaten an

1860: Queen Victoria I. bezeichnet Make-Up als „unhöflich“

1883: Heute wird dieses Jahr als „Geburtsstunde“ des Lippenstifts bezeichnet, obwohl er zu dieser Zeit als verrucht galt und nichts für „Damen mit Anstand“ war. Pariser Parfumeure stellten zur Amsterdamer Weltausstellung einen Lippenstift her, der ohne Hülle daher kam und in Seidenpapier gewickelt wurde: Den „Stylo d‘amour“.

Damit begannen neben Rot auch andere Farben eine wichtige Rolle zu spielen. Besonders gefragt damals: Schwarz und Vitriolgrün. Wobei der Grünspan, der zur Herstellung verwendet wurde, gleich mehrere Dutzend Frauen das Leben kostete – der grüne Lippenstift wurde daraufhin verboten.

1909 erhält der Lippenstift einen neuen Namen – „Labello“ (Aus den lateinischen Wörtern für „Lippen“ und „schön“ und findet darunter reißenden Absatz

1912: Die Sufragetten trugen bei ihrem Marsch durch New York Lippenstift – und machten ihn damit populärer

1915: Die Scovil Manufactoring Company of Conneticut produziert Lippenstift in Metallhüllen, der von der breiten Bevölkerung günstig gekauft werden konnte

1920: Stummfilmstars verhalfen der Lippenfarbe endgültig zum Durchbruch. Fast schwarz geschminkte Lippen sind absolut im Trend. In diesem Jahr bringt auch Helena Rubinstein ihren „Lip-Lustre“ auf den Markt

1921: Helena Rubinstein lanciert den ersten Lippenstift mit Sonnenschutz

1928: Der erste kussechte Lippenstift wird in Frankreich vorgestellt – und bald wieder verboten. Grund dafür: Er enthielt Schwermetalle

1930: Kosmetik wird der 4. größte Wirtschaftssektor in den USA, Elsa Schiaparelli präsentiert neue Farben in Pink und Fuchsia

1939: Kosmetiklinien stimmen erstmals Lippen- und Nagellackfarben aufeinander ab

1940: Trendfarbe in diesen Jahren: Ein dunkles Violett

1949: Der Drehlippenstift wird erfunden

1950: Der moderne Lippenstift wird auf Lanolin-Basis hergestellt, einem Wachs, das aus Schafswolle gewonnen wird

Lippenstifte aus dem Jahr 1964 von Sans Soucis. Bild: Sans Soucis

50er Jahre: Die ersten deutschen Kosmetikfirmen werden gegründet und erobern den Markt. Die Aluhülse wird durch Kunststoff ersetzt.

1982: Pink wird dank Yves Saint Laurent zur Trendfarbe, die Farbe Rouge Pur No. 19 ist binnen 14 Tagen ausverkauft

1986: Dior und L‘Oréal präsentieren einen Lippenstift mit Applikator, durch Drehen wird Farbe in den Pinsel gepumpt, der das Auftragen erleichtern soll. Das Produkt setzt sich nicht durch.

1991: lavera bietet als erstes weltweit 8 Lippenstift aus rein natürlichen Inhaltsstoffen an

1994: MAC lanciert den VIVA Glam, dessen Erlöse bis heute in die MAC Aids Stiftung fließen. Bis 2004 konnten 40 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt werden

2000: Der neue Trend für Lippenstifte: Nude-Töne

2004: Kanebo präsentiert einen Lippenstift mit Gold und Seide, der für ein Finish sorgt, das an japanische Lackkunst erinnert

2011: Wieder ein neuer Trend: Lippentattoos von Violent Lips in vielen grellen Mustern. Eine Lippenfolie wird aufgetragen und hält bis zu 8 Stunden

2011: Exude präsentiert den Exude Lipstick mit einem Applikator aus Kristall, in dem sich keine Keime festsetzen können, der nicht ausläuft und sich optimal dosieren lässt.

Wir sind sicher, dass noch viele weitere Trends und Innovationen folgen werden – schließlich ist der Lippenstift das beliebteste Make Up-Produkt überhaupt.

Stay Glamorous,

Anne

(Quellen: Beautypress, Sabine Gieske: Lippenstift – ein kulturhistorischer Streifzug über den Mund, Ikla Kohlhaase: Journal für die Frau – Heft 24/96, Bernd W. Wessling: Petra 1983, Jessica Pallingston: Lipstick, Charlotte Seeling: Cosmopolitan 11/1983, Firmen: Kanebo, Lavera, MAC, Revlon, Yves Saint Laurent)

Hier noch einmal alle Teile der Serie, einfach anklicken und schon gelangt ihr zum gewünschten Artikel:

 

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